Was ist Reisezeit? Und was davon ist Arbeitszeit?
Reisezeit ist zunächst einmal die Zeit, die ein Mitarbeiter für die Anreise zu und Abreise von einem auswärtigen Geschäftstermin benötigt. Ob diese Zeit arbeitsrechtlich als Arbeitszeit zählt, hängt entscheidend davon ab, was der Mitarbeiter während der Reise tatsächlich tut: Reine Fahrt- oder Wartezeit ohne Arbeitsleistung wird rechtlich anders bewertet als Zeit, in der aktiv gearbeitet wird — etwa das Bearbeiten von E-Mails, Vorbereitung von Präsentationen oder das selbst durchgeführte Steuern eines Fahrzeugs.
Welche Zeitarten gibt es noch bei einer Dienstreise?
Neben der reinen Fahrtzeit gibt es weitere relevante Zeitkategorien: Wartezeiten (z. B. am Flughafen), Bereitschaftszeiten und die eigentliche Arbeitszeit am Zielort. Jede dieser Kategorien kann arbeitsrechtlich unterschiedlich behandelt werden und wirkt sich unterschiedlich auf Höchstarbeitszeiten, Ruhezeiten und Vergütung aus.
Was sind denn nun die gesetzlichen Bestimmungen?
Das deutsche Arbeitszeitgesetz unterscheidet nicht explizit zwischen "Reisezeit" und "Arbeitszeit" als eigene Kategorien — entscheidend ist, ob der Mitarbeiter während der Reise seiner vertraglich geschuldeten Tätigkeit nachgeht oder ob er frei über die Zeit verfügen kann (z. B. schlafen, lesen, privat telefonieren). Fährt der Mitarbeiter selbst (z. B. mit dem Firmenwagen) und muss sich auf den Verkehr konzentrieren, wird dies in der Regel als Arbeitszeit gewertet. Bei der Bahn- oder Flugreise ohne aktive Arbeitsleistung ist die rechtliche Einordnung differenzierter und hängt stark vom Einzelfall sowie von tarif- oder arbeitsvertraglichen Regelungen ab.
Was bedeutet das in der Praxis?
Für Unternehmen empfiehlt es sich, die Behandlung von Reisezeit klar in der Reiserichtlinie oder im Arbeitsvertrag zu regeln — inklusive der Frage, ob und wie Reisezeit außerhalb der regulären Arbeitszeit vergütet oder durch Freizeitausgleich abgegolten wird. Eine zeitgemäße, aktuelle Reiserichtlinie schafft hier Klarheit für Reisende und Personalabteilung gleichermaßen und beugt Unstimmigkeiten vor.
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